Gerstorfer: „Situation am Arbeitsmarkt nicht schönreden“
„Eine Entspannung am Arbeitsmarkt ist leider immer noch nicht in Sicht – das zeigen die neuesten Zahlen des AMS Oberösterreich, die heute veröffentlicht worden sind“, sagt SP-Landeschefin Birgit Gerstorfer. Die derzeitige Situation dürfe niemand schönreden, aber auch nicht für politisches Kleingeld missbrauchen. „Alle politischen Verantwortungsträger sind gefordert, so rasch wie möglich Maßnahmen gegen die hohe Arbeitslosigkeit zu setzen“, so Gerstorfer. Es brauche dringend öffentliche Investitionen, zum Beispiel im Wohnbau.
Im Juni 2016 waren insgesamt 36.158 OberösterreicherInnen auf Arbeitssuche. Im Juni des Vorjahres waren es 35.670 Personen. Das ist ein Anstieg um 1,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote ist in unserem Bundesland im Vergleich zum Juni 2015 gleich geblieben (5,3 %).
Vor allem die älteren Arbeitslosen machen mir große Sorgen.“
Birgit Gerstorfer
„Vor allem die vielen älteren Arbeitslosen, aktuell rund 10.000, machen mir große Sorgen. Im Langzeitvergleich hat es im Juni 2008 17,8 Prozent an Arbeitslosen über 50 gegeben, im Juni 2016 waren es schon 27,7 Prozent. Auch die durchschnittliche Vormerkdauer spricht eine deutliche Sprache: Im Juni 2008 lag sie bei Arbeitslosen über 50 bei 85 Tagen, nun sind wir bei 243 Tagen. Die Betroffenen haben es beim Wiedereinstieg äußerst schwer und auch ihre Pensionserwartungen werden nach unten gedrückt“, sagt Gerstorfer. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit in Oberösterreich und auch bundesweit mache es für die SPÖ-Landesvorsitzende auch überhaupt keinen Sinn, wenn ständig Pensionsdebatten geführt werden – das würde mangels passender Arbeitsplätze direkt in die Altersarmut führen.
Einen Lichtblick enthält die aktuelle Arbeitsmarktstatistik vom Juni 2016: Die
Zahl der arbeitslosen Jungen unter 25 Jahren ist im Vergleich zum Juni 2015 um 8,1 Prozent gesunken (von 5712 auf 5250). „Das ist erfreulich, aber es gibt noch immer zu viele Jugendliche ohne Job“, so Gerstorfer.