Weidenholzer: Schluss mit leeren Versprechen bei Hilfsgeldern
Josef Weidenholzer, SPÖ-Abgeordneter im Europäischen Parlament, prangert zum heutigen Welttag der humanitären Hilfe die Missstände bei der Verteilung der angekündigten Mittel an. „Obwohl wir derzeit die größte Flüchtlingsbewegung seit Gründung der UN erleben, bleiben die Hilfsprogramme weiterhin unterfinanziert. So werden wir keinen Frieden und keine Stabilität in den Herkunftsregionen erreichen“, sagt Weidenholzer.
„Die Menschen vor Ort haben rein gar nichts von Versprechen, die nicht eingehalten werden“, betont der Abgeordnete. Im vergangenen Jahr kamen überhaupt nur 55 Prozent der für humanitäre Hilfe benötigten Gelder zusammen. Und auch in diesem Jahr sieht es nicht besser aus: In den ersten fünf Monaten konnten nur 25 Prozent des von der UN geforderten Bedarfs an humanitären Hilfsgeldern gesammelt werden. Der UN-Bedarf liegt derzeit bei 21,6 Milliarden US-Dollar. „Kommen die Geber ihren Zusagen nicht nach, wird wieder eine Massenflucht Richtung Europa einsetzen“, warnt Weidenholzer.
Die Menschen flüchten aus den Camps, weil es dort an allem fehlt.“
Josef Weidenholzer
Die chronische Unterfinanzierung wirke sich unmittelbar auf die Bedürftigen aus, das hat EU-Parlamentarier Weidenholzer bei Besuchen in Flüchtlingscamps in Jordanien, im Libanon, dem Irak, aber auch in Europa miterlebt. „Die Menschen flüchten aus den Camps, weil es dort an allem fehlt, an Essen, medizinischer Versorgung und an Perspektiven“, so Weidenholzer. Notwendige Hilfsleistungen werden seit Jahren zu wenig geleistet, die Anzahl der Binnenvertriebenen steigt aber weiter. Innerhalb Syriens sind 6,6 Millionen Menschen auf der Flucht, im Irak rund 3,3 Millionen. In Syrien und Irak sind derzeit rund 23,5 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Abseits der finanziellen Schieflage fehle es auch an Plänen und Unterstützung zum Wiederaufbau in den Krisengebieten. Daher fordert Weidenholzer einen „Schuman-Plan“ für die betroffenen Gebiete im Nahen Osten, mittels dem alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zur Bündelung von humanitärer Hilfe in den Krisenregionen angehalten werden.