Versorgungslücken bei Frauenhäusern schließen
Gewalt gegen Frauen ist die schlimmste Form der Diskriminierung und die häufigste Menschenrechtsverletzung unserer Zeit. Jede fünfte Frau in Österreich wird einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt in der Familie. Im Rahmen der 16 Tage gegen Gewalt an Frauen (eine internationale Kampagne, die jedes Jahr von 25. November bis 10. Dezember stattfindet) werden die SPÖ Frauen eine morgendliche Verteilaktion in ganz Oberösterreich starten. Verteilt werden Papiersackerl mit der Aufschrift „Gestärkt gegen Gewalt“, die mit einer kleinen Stärkung befüllt sind. „Das Gewalt in der Familie immer weniger ein Tabuthema ist, verdanken wir den vielen Frauen, die sich seit Jahrzehnten engagieren und immer wieder zu Wort melden“, betont die Landesvorsitzende der SPÖ Frauen OÖ, NRin Sonja Ablinger und hält fest: „Trotzdem bleibt noch viel zu tun und zu fordern, damit für Frauen das Recht auf ein gewaltfreies Leben durchgesetzt ist“.
„Vor allem in ländlichen Regionen ist die große räumliche Entfernung zu einem Frauenhaus oft eine unüberwindbare Hürde für Frauen, wenn sie sich aus einer Gewaltbeziehung befreien wollen. Die Versorgungslücken bei den Frauenhäusern müssen daher geschlossen werden“, betont Ablinger. In Oberösterreich fehlen über 70 Frauenhaus-Plätze. Laut einer Empfehlung des Europarates ist ein Frauenhaus-Platz pro 7.500 EinwohnerInnen notwendig. Besonders betroffen sind das Salzkammergut und das Mühlviertel, wo es überhaupt keine Frauenhäuser gibt. Plätze fehlen aber auch im Innviertel. Die fünf Frauenhäuser in Linz, Wels, Steyr, Vöcklabruck und Ried stellen insgesamt 117 Plätze zur Verfügung.
Gewalt gegen Frauen geht alle an: Männer und Frauen, denn eine Gesellschaft, die Ungerechtigkeiten nicht entschieden bekämpft, ist eine ungerechte, eine undemokratische Gesellschaft und diese Tatsache trifft alle Mitglieder dieser Gesellschaft – Frauen und Männer. Darum müssen wir gemeinsam – Frauen und Männer – gegen Männergewalt auftreten,“ so Ablinger abschließend.