Kahlschlag bei ÖGK-Servicestellen: Oberösterreich droht Verlust an Kundennähe
Massive Kürzungen bei Servicestellen geplant
Die aktuellen Pläne des Managements der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) sorgen für große Unruhe in Oberösterreich. Laut Presseaussendung sollen österreichweit 138 Servicestellen auf nur noch 77 Standorte reduziert werden. Besonders betroffen wäre Oberösterreich, wo von derzeit 40 Servicestellen – davon 23 ständig besetzt – viele auf der Streichliste stehen könnten. Martin Winkler, Vorsitzender der SPÖ Oberösterreich, warnt eindringlich vor einem massiven Angriff auf das Kassensystem und fordert Transparenz: „Die Menschen in Oberösterreich haben ein Recht darauf zu wissen, ob ihre persönliche Anlaufstelle vor Ort erhalten bleibt oder ob der nächste Anschlag auf die Gesundheitsversorgung vorbereitet wird.“
Persönliche Beratung bleibt unverzichtbar
Winkler betont, dass Oberösterreich eine lange Tradition der Kundennähe pflegt. Gerade bei komplexen Themen wie Kinderbetreuungsgeld, Krankengeld, Wahlarztrückerstattung, Chefarztterminen oder Krankenstandskontrollen sei persönliche Beratung für Versicherte unverzichtbar. „Nicht alles lässt sich digital wegorganisieren. Wer glaubt, ältere Menschen, Familien oder Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer könnten einfach auf persönliche Beratung verzichten, hat den Alltag der Menschen nicht verstanden“, so Winkler. Besonders kritisiert er die Vorgehensweise des ÖGK-Managements, das offenbar ohne Einbindung der Selbstverwaltung und mit wenig Transparenz agiert.
Politik und Management in der Verantwortung
Winkler fordert Landeshauptmann Thomas Stelzer und LH-Stellvertreter Manfred Haimbuchner auf, endlich klar Stellung zu beziehen. Die versprochene „Patientenmilliarde“ und Investitionen von 500 Millionen Euro in Oberösterreich seien bislang nicht bei den Versicherten angekommen. Stattdessen drohe jetzt ein Abbau der Servicestellen. Auch ÖGK-Generaldirektor Bernhard Wurzer nimmt Winkler in die Pflicht: Wer Servicebüros infrage stelle, müsse erklären, wie die persönliche Beratung für Versicherte künftig sichergestellt werden soll. Die SPÖ Oberösterreich fordert daher, dass alle Servicestellen erhalten bleiben und die Gesundheitskasse wieder im Sinne der Patientinnen und Patienten geführt wird.