Zivilcourage ins Zentrum der Jugendarbeit rücken
Schulungen und Informationsmaterial für JugendbetreuerInnen und Jugendliche zum Themenpaket „Zivilcourage, Antidiskriminierung und Antirassismus“ sollen ins Bildungsprogramm des Oö. Landesjugendreferats aufgenommen werden. Bei der gestrigen Sitzung des Oö. Landtags am 10. Mai 2012 hat der diesbezügliche dringliche SPÖ-Antrag keine Mehrheit erhalten. „Zivilcourage heißt für mich hinschauen statt wegschauen. Aber um couragiert handeln zu können, brauchen junge Menschen Unterstützung in Form von Seminaren, Informationsbroschüren und pädagogischen Maßnahmen“ ist sich die Jugend- und Familiensprecherin des SPÖ-Landtagsklubs, Petra Müllner sicher. Die Landtagsabgeordnete wird sich daher im Ausschuss für Jugend Bildung und Sport für die Weiterverfolgung des Antrags einsetzen.
„Gewaltsame und diskriminierende Übergriffe gegen Menschen, die anders sind als der Großteil der Gesellschaft, tauchen beinahe tagtäglich in der medialen Berichterstattung auf. Daher verstehe ich nicht, warum ÖVP und FPÖ nicht erkennen wollen, dass es dringenden Handlungsbedarf gibt“, zeigt sich Müllner verwundert über das Abstimmungsverhalten. Da bereits einige Vereine in Oberösterreich Schulungen zu dem Thema „Zivilcourage“ anbieten, müsste hier auch das Rad nicht neu erfunden werden: die Erweiterung des Seminarangebots könnte ganz einfach und unkompliziert über Kooperationen erfolgen.
„Man braucht nicht weit zurück zu blicken, was mangelnde Aufklärung, fehlende soziale Kompetenz und Intoleranz anrichten können. Die Befreiungsfeiern beim ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen – die am kommenden Wochenende wieder stattfinden – erinnern uns jedes Jahr im Mai an die schrecklichen und unfassbaren Ereignisse, die zur Zeit des Nationalsozialismus geschehen sind“, so Petra Müllner.
Die bereits bestehenden Angebote des Jugendreferats zum Thema „Interkulturelle Kompetenz und Migration“ bewertet Müllner natürlich positiv, betont jedoch, dass Zivilcourage und Antidiskriminierung weit über diese Themenbereiche hinaus gehen. „Zivilcourage ist auch, gegen die Ausgrenzung von Schwächeren vorzugehen oder das Mobbing gegen MitschülerInnen zu verhindern!“, so die SPÖ-Familiensprecherin. „Im Rahmen von Zivilcoura-ge-Trainings lernen Jugendliche auch persönliche Verantwortung zu übernehmen. Dazu ge-hört freilich auch der Schutz des eigenen Körpers und der eigenen Meinung“, führt die Abgeordnete weiter aus. Erst wenn die eigene Selbstsicherheit gestärkt ist, ist man bereit, gegen Bedrohungen der Menschenwürde vorzugehen, ist Müllner sicher.
„Ich appelliere hiermit nochmals an ÖVP und FPÖ, die Diskussionen im Ausschuss über das Thema Zivilcourage rasch und effizient zu führen, damit das Seminarangebot des Jugendreferats schnellstens erweitert werden kann!“, so Müllner abschließend.