Heteronormativität raus aus der Schule
Die AKS (Aktion Kritischer Schüler_innen), SJ (Sozialistische Jugend), der SLÖ (Sozialdemokratischer Lehrerverein) und die SoHo (Sozialdemokratie und Homosexualität) Oberösterreich luden zur heutigen Medienaktion beim Linzer Lentos, um auf die Missstände von homosexuellen und transgender Schülerinnen und Schüler aufmerksam zu machen. „Gleichgeschlechtliche Liebe wird völlig ignoriert. Wenn im Schulunterricht Homosexualität erwähnt wird, dann oftmals nur in Nebensätzen und rein aus sexuell-biologischer Sicht. Dass sich zwei Frauen oder zwei Männer lieben können wird nicht thematisiert, ganz zu schweigen Transgender oder Intersexuelle“, kritisiert Sandra Hochmayr, Frauensprecherin der AKS Oberösterreich, die aktuelle Situation an Schulen.
Franz Turek, Landesvorsitzender des SLÖ Oberösterreich, sieht ebenfalls Handlungsbedarf: „Für Lehrerinnen und Lehrer ist es oftmals schwer, auf Mobbing von lesbischen und schwulen Schülerinnen und Schüler zu reagieren. Viele Jugendlichen vertrauen ihren Lehrerinnen und Lehrern nicht an, warum sie gemobbt werden, etwa weil sie selbst noch mit ihrer Sexualität klarkommen müssen. Und wenn es offen angesprochen wird, ist die nötige Unterstützung – etwa durch fachgerechtes Informationsmaterial – sowohl für Lehrerinnen und Lehrer als auch für Schülerinnen und Schüler nicht immer gegeben.“
„Gerade Jugendliche, die zu ihrer eigenen Sexualität finden, müssen unterstützt werden, egal ob sie hetero-, homo- oder bisexuell lieben. Auch Transgender oder Intersexuelle gehören vor Mobbing geschützt und bei ihrem schwierigen Weg unterstützt“, so Fiona Kaiser, Landesvorsitzende der SJ Oberösterreich. „Dazu bedarf es nicht nur vermehrt Information für alle Beteiligten sondern einen offenen Umgang mit diesen sensiblen Themen, ohne weder ins lächerliche noch ins rein sexuell-biologische abzuschweifen.“
„Zahlreiche Studien belegen eine erhöhte Selbstmordgefahr bei lesbischen und schwulen Jugendlichen, wie trauriger Weise auch zahlreiche Fälle aus den USA öffentlichkeitswirksam aufgezeigt haben. Homo- und Transphobie gehören im Kern bekämpft, dazu zählt auch der Ausschluss eines Teil der Gesellschaft aus Schulbüchern und dem Unterricht. Dem müssen wir mit aller Vehemenz entgegengewirken“, ergänzt Michael Leiblfinger, Landesvorsitzender der SoHo Oberösterreich.
„Wir sind der Meinung, dass Homosexualität in der Schule Platz haben muss. Deshalb fordern wir neben der generellen Thematisierung von Homosexualität und Transgendern in den Schulbüchern und im Unterricht auch einen Sexualkundeunterricht, der von schulfremden, extra ausgebildeten Sexualpädagoginnen und -pädagogen durchgeführt wird und in dem genügend Raum für die verschiedensten Formen von Sexualität und Liebe ist“, sind sich die VertreterInnen der Organisationen einig.
Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie
Der Internationale Tag gegen Homo- und Transphobie (IDAHO) wird seit 2005 jährlich am 17. Mai gefeiert. Dabei spielt der 17. Mai eine entscheidende Rolle: 1990 wurde genau an diesem Tag Homosexualität von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus ihrem Diagnoseschlüssel entfernt. Das in Paris ansässige IDAHO Committee gab für 2012 das Thema Bildung vor. Zur Erinnerung an diesen Tag wird am Parteihaus der SPÖ Oberösterreich in der Linzer Landstraße die Regenbogenfahne gehisst.
Kein Fussbreit der Homophobie
Die SoHo hat zum IDAHO österreichweit gemeinsam mit der SPÖ und den SPÖ Frauen die Fotoaktion „Kein Fussbreit der Homophobie“ gestartet. In Oberösterreich beteiligte sich daran nicht nur die Aktion Kritischer Schüler_innen und die Sozialistische Jugend sondern auch führende SPÖ-Politiker_innen: Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Ackerl, Landesrat Reinhold Entholzer und die zweite Präsidentin des Oö. Landtags Gerda Weichsler-Hauer erteilten bei einem gemeinsamen Fototermin mit der SoHo Oberösterreich Homophobie eine klare Absage. Die Aktion wurde darüber hinaus in vielen Orten Oberösterreichs durchgeführt, mehr dazu unter soho.or.at!