Turnusärzte-Protest: SPÖ will Ausbildungsqualität verbessern und überlange Dienste abschaffen
Unterstützung für die berechtigten Anliegen der TurnusärztInnen signalisiert SPÖ-Gesundheitssprecherin Dr.in Julia Röper-Kelmayr: „Die überlangen Dienstzeiten von 30 Stunden und noch mehr sind eine schwere Belastung für alle ÄrztInnen und müs-sen dringend abgeschafft werden. Dabei geht es mir sowohl um die hohe Arbeitsbelastung, aber auch um zusätzliche Qualität für PatientInnen. Denn wer möchte freiwillig von einem Arzt behandelt werden, der seit 32 Stunden im Dienst ist?“ Röper-Kelmayr vertritt die Forderung nach einer 25-Stunden-Obergrenze für durchgehende Dienste auch offensiv gegenüber Gesundheitsreferenten LH Dr. Josef Pühringer.
Röper-Kelmayr ist zusätzlich Frauenreferentin in der Oö. Ärztekammer und weist auf die mangelnde Familientauglichkeit des Berufs eines Krankenhausarztes bzw. einer Krankenhausärztin hin: „Mittlerweile sind mehr als 50 Prozent der jungen TurnusärztInnen weiblich. Deshalb muss das Berufsbild von KrankenhausärztInnen dringend familienfreundlicher organisiert werden – dabei spielt die Abschaffung überlanger Dienste eine wesentliche Rolle.“ Im Engagement gegen einen drohenden ÄrztInnenmangel sind familiengerechte Arbeitsbedingungen ein Schlüsselfaktor. „Den Ärzteberuf familiengerechter zu machen ist ein wichtiger Baustein für die aktive Vorbeugung gegen einen drohenden ÄrztInnenmangel. Das könnte eine Reihe von jungen ÄrztInnen bewusst motivieren, sich für eine Arbeit in Oberösterreich zu entscheiden“, argumentiert Röper-Kelmayr.
Wenn von Seiten der TurnusärztInnen Kritik an mangelnder Ausbildungsqualität kommt, dann ist das aus Sicht von Dr.in Röper-Kelmayr ein Alarmsignal: „Die TurnusärztInnen sind motiviert und wollen in der Praxis bestmöglich lernen. Dafür brauchen sie geeignete Rahmenbedingungen und gute Begleitung durch Fachpersonal. Auch Fortbildungen sollen bestmöglich unterstützt werden. Denn eines muss klar sein: Nur wer die TurnusärztInnen von heute bestmöglich ausbildet, der bekommt morgen das dringend benötigte ärztliche Spitzenpersonal für Oberösterreich!“