Stelzer verunsichert Eltern mit Ankündigungspolitik
Die freie Schulwahl bei Neuen Mittelschulen in Oberösterreich bereits ab Herbst 2016 wackelt. Dieses Ergebnis brachte eine mündliche Anfrage von SP-Bildungssprecherin Sabine Promberger beim zuständigen Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Thomas Stelzer in der heutigen Landtagssitzung. „Stelzer konnte den Termin Herbst 2016 für die freie Schulwahl nicht bestätigen. Die notwendige Regierungsvorlage wird erst für Mai erwartet und muss im Landtag sicher beraten werden. Das könnte für betroffene Eltern und Schulkinder ein trauriges Erwachen geben, wenn sie auf die angekündigte ‚freie Schulwahl‘ vertrauen – obwohl die womöglich im Herbst noch nicht gilt“, rät Promberger den betroffenen Eltern vorsichtshalber zum rechtzeitigen Beantragen des sprengelfremden Schulbesuchs.
„Offenbar habe ich mit meiner mündlichen Anfrage einige Leute aufgeweckt“, weist Promberger auf den Umstand hin, dass der Begutachtungsentwurf für das zu ändernde Pflichtschulorganisationsgesetz erst vorgestern am 1. März 2016 – genau drei Arbeitstage nach Einbringung der mündlichen Anfrage am 25. Februar 2016 – versandt wurde. Zumal es sich bei der Frage der Schulsprengel um keine Kleinigkeit handelt – schließlich spielen dabei auch die Gastschulbeiträge von Gemeinden, der SchülerInnentransport und die pädagogische Ausrichtung von Schulen eine relevante Rolle.
Chancengleichheit ist ein wesentlicher Faktor für die pädagogische Qualität an den Schulen.“
Sabine Promberger
Besonders wichtig ist für Promberger auch, dass der durch die Sprengelfreiheit entstehende pädagogische Wettbewerb nicht zu negativen Wirkungen an den Schulen selbst führt. „Chancengleichheit ist ein wesentlicher Faktor für die pädagogische Qualität an den Schulen. Deshalb brauchen wir Ausgleichsmaßnahmen, um Schulen mit schwierigeren Rahmenbedingungen besser helfen zu können. Das ist schon jetzt wichtig und wird umso wichtiger, wenn auch bei den Neuen Mittelschulen der Wettbewerb um die Schulkinder gestartet wird! Leider hat Bildungsreferent Stelzer in der heutigen Landtagssitzung keinerlei Bereitschaft für notwendige Hilfsangebote an betroffenen Schulen gezeigt“, fasst Promberger das Ergebnis der Beantwortung zusammen.