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Die Zeit ist reif für eine bessere Verteilung der Arbeit!

3. März 2020

Die Zeit ist reif für eine bessere Verteilung der Arbeit!

Angesichts der stetig steigenden Produktivität in nahezu allen Branchen ist für Birgit Gerstorfer die Zeit gekommen, um ernsthaft über eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung zu sprechen: „Die Geschichte hat uns gezeigt, dass es immer Zweifel auf der Seite der ArbeitgeberInnen gab. Eingetreten sind die Zweifel jedoch nie.“

Ganz im Gegenteil: Nie stand eine Arbeitszeitverkürzung oder eine Aufstockung des Urlaubes einem weiteren Wirtschaftswachstum im Wege. „Von der voranschreitenden Digitalisierung, die Arbeitsabläufe effizienter macht, sollten auch die ArbeitnehmerInnen angemessen profitieren, zum Beispiel durch ein 35-Stunden-Woche.“

Die Arbeitszeit wurde in Österreich zuletzt vor 40 Jahren verkürzt. Seither geht der Trend in die andere Richtung: immer mehr Menschen sind bereits überstundenpauschaliert, was dazu führt, dass für viele ArbeitnehmerInnen 50- oder 60-Stunden-Wochen die Normalität sind. In Österreich arbeiten Vollzeitarbeitskräfte insgesamt so lange wie in fast keinem anderen europäischen Land. 

Verschiedene Studien zeigen, dass die Arbeitszeitverkürzung zu einem Anstieg der Produktivität, etwa durch eine bessere Gesundheit (weniger Stress, mehr Freizeit) führt. Auf internationaler Ebene sind Länder mit höherer durchschnittlicher Arbeitszeit generell weniger produktiv als Länder mit kürzerer Arbeitszeit.

Im Sinne der Gleichstellung

Auch aus frauenpolitischer Sicht ist eine bessere Verteilung der Arbeit längst überfällig: „Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen wird derzeit zu einem großen Teil von Frauen in Teilzeitarbeitsverhältnissen übernommen, während Männer in der Regel einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen. Jede Verkürzung der Arbeitszeit macht es Vollzeitverdienern leichter, sich hier zusätzlich einzubringen.“  Eine bessere Verteilung sorgt auch für zusätzliche Lebensqualität, da viele Väter angeben, dass sie gerne mehr Zeit mit ihrem Nachwuchs verbringen würden. Gleichzeitig wird es für den/die andere PartnerIn leichter, eine Vollzeitstelle zu übernehmen, wenn die damit verbundenen Stunden geringer sind bzw. familiäre Aufgaben gleicher verteilt werden können.

Wertschätzung der Sozialwirtschaft

Zu den laufenden Verhandlungen im Bereich der Sozialwirtschaft erhofft sich Gerstorfer bald eine Lösung: „Wir brauchen mehr Wertschätzung für die vielen Fleißigen, die unsere Verwandten tagtäglich unterstützen.  Angesichts der hohen körperlichen und physischen Belastung halte ich die Forderung der Gewerkschaften nach einer Arbeitszeitverkürzung für sehr verständlich.“

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