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Öffentlicher Verkehr: SPÖ fordert Entgegenkommen für Jahreskartenbesitzer

18. Mai 2020

Öffentlicher Verkehr: SPÖ fordert Entgegenkommen für Jahreskartenbesitzer

Die meisten Jahreskartenbesitzer konnten seit Beginn der Krise das öffentliche Verkehrsangebot nicht mehr nutzen, weil ihre Betriebe die Arbeit eingestellt oder auf Home-Office umgestellt haben – oder weil sie wegen Quarantäne-Maßnahmen auf Bus oder Bahn verzichten mussten. Auch in der Freizeit war das Fahren mit Öffis aufgrund der Ausgangsbeschränkungen lange unmöglich.

SPÖ Verkehrssprecher und Nationalrat Alois Stöger fordert daher, für alle Öffi-Kunden für den Zeitraum, in dem sie ihre Dauerfahrkarte wegen der Corona-Krise nicht nutzen können, eine Verlängerung der Gültigkeit. „Wir haben kein Verständnis dafür, dass jetzt gerade die Jahreskartenbesitzer draufzahlen sollen.“

Auch bei der AK Oberösterreich mehren sich Anfragen und Beschwerden Menschen, die Jahreskarten für öffentliche Verkehrsmittel gekauft haben, diese aber Corona-bedingt nicht nutzen können. Bereits Anfang April hat daher AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer schriftlich dem OÖ Verkehrsverbund vorgeschlagen, Jahreskarten automatisch, um die Dauer der Corona-Krise zu verlängern und Verkehrslandesrat Günther Steinkellner aufgefordert, alle Verkehrsbetriebe – so wie andere Unternehmen auch – aus öffentlichen Mitteln zu unterstützen. „Der Verkehrsverbund hat ablehnend reagiert und auf die Möglichkeit verwiesen, die Jahreskarten zu kündigen.“, kritisiert Kalliauer und argumentiert weiter „Das ist auch aus Sicht des Verkehrsverbundes sehr kurzsichtig, denn hier geht es auch um Kundenbindung“.

Stammkunden halten & Klima schützen  

Ziel des Öffentlichen Verkehrs muss es sein den Menschen eine umweltbewusste und nachhaltige Mobilität schmackhaft zu machen. „Wir kämpfen für leistbare Mobilität für alle, wie etwa für das 1-2-3 Klimaticket, häufigere und mehr Verbindungen und dann rät der Verkehrsverbund den Stammkundinnen ihre Jahreskarte zu kündigen! Das wird langfristig zu Verschlechterungen führen,“ mahnt Stöger. Denn wenn es nicht gelingt, möglichst viele Stammkunden zu halten, könnten die öffentlichen Verkehrsbetriebe nachhaltig unter den Krisenfolge leiden. Ein dauerhafter Rückgang der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel könnte zu noch mehr Staus und Luftverschmutzung führen und wäre daher auch für das Klima und die Verkehrssicherheit äußerst schädlich.

Eine Verlängerung der Jahreskarten schmälert zwar vorübergehend die Liquidität der Verkehrsbetriebe, ist aber keine teure Lösung und als Kundenbindungsprogramm nachhaltig. Landtagsabgeordneter und Verkehrssprecher der SPÖ Oberösterreich Erich Rippl, unterstützt die Forderungen der AK. Rippl dazu: “Die öffentliche Hand soll dabei helfen, den durch die Corona-Krise verursachten Schaden zu begrenzen. Denn natürlich sind die Verkehrsbetriebe an der Situation unschuldig. Das gilt aber auch für ihre Kunden und es kann nicht sein, dass ausgerechnet jene bestraft werden, die Jahreskarten erworben haben.“

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