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Gemeinden am Limit: Oberösterreichs Kommunen kämpfen ums Überleben

1. Juli 2026

Gemeinden am Limit: Oberösterreichs Kommunen kämpfen ums Überleben

Die finanzielle Lage der oberösterreichischen Gemeinden hat einen kritischen Punkt erreicht. Während das Land Oberösterreich seine Finanzen auf Kosten der Kommunen saniert, stehen Städte und Gemeinden vor einer existenziellen Herausforderung. Die SPÖ Oberösterreich schlägt Alarm und fordert eine nachhaltige Reform der Finanzbeziehungen zwischen Land und Gemeinden.

Gemeinden verlieren ihre Handlungsfähigkeit

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 2026 verbleiben nur noch 26 Prozent der Ertragsanteile des Bundes in den Gemeinden, während der Rest durch Umlagen an das Land abgeführt wird. Diese Entwicklung führt dazu, dass mehr als die Hälfte der oberösterreichischen Gemeinden ihren Haushalt nicht mehr aus eigener Kraft ausgleichen können und auf Bedarfszuweisungen angewiesen sind.

Landesrat Martin Winkler kritisiert die schwarz-blaue Landesregierung scharf: „Das Land saniert sein Budget auf Kosten der Gemeinden. Die Leidtragenden sind die Menschen vor Ort. Es fehlen Investitionen in Kinderbetreuung, Schulen, Straßen, Sportanlagen und Klimaschutz.“ Besonders betroffen sind kleine Gemeinden wie Steinbach am Ziehberg, deren finanzielle Handlungsspielräume durch Pflichtabgaben nahezu vollständig aufgezehrt werden. Bürgermeisterin Bettina Lancaster warnt: „Wenn Gemeinden nur noch Pflichtausgaben bezahlen können, verliert der ländliche Raum seine Zukunft.“

Städte wie Steyr geraten unter Druck

Auch größere Städte wie Steyr kämpfen mit den Folgen der finanziellen Schieflage. Bürgermeister Markus Vogl beschreibt die Situation eindringlich: „Selbst eine gut geführte Stadt stößt an ihre Grenzen, wenn immer mehr Geld abgezogen wird und immer weniger zurückkommt.“ Die Stadt muss zunehmend Kredite aufnehmen, um notwendige Investitionen in Infrastruktur und Wirtschaft zu finanzieren. Gleichzeitig steigen die Transferzahlungen an das Land, während die Rückflüsse stagnieren oder sogar sinken.

Die SPÖ Oberösterreich fordert eine Senkung der Landesumlagen auf den österreichischen Durchschnitt, eine faire Finanzierung zentralörtlicher Aufgaben sowie eine nachhaltige Strukturreform. „Den Gemeinden steht das Wasser bis zum Hals, während das Land auf soliden Finanzen sitzt. Diese Schieflage ist politisch gemacht – und deshalb kann sie auch politisch gelöst werden“, betont Landesrat Winkler.

Die finanzielle Krise der Gemeinden ist kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen. Es braucht echte strukturelle Entlastung statt weiterer Notfallpakete, um den Kommunen wieder jene finanziellen Spielräume zurückzugeben, die für Investitionen und wirtschaftliche Entwicklung notwendig sind.

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