Reifen-Skandal Ohlsdorf: Umwelt und Glaubwürdigkeit unter Druck
59.000 Tonnen Altreifen – Verantwortung wird verschoben
Auch 15 Jahre nach dem behördlichen Räumungsbescheid lagern in Ohlsdorf noch immer rund 59.000 Tonnen Altreifen. Anstatt die Reifen endlich zu entfernen, sollen sie nun dauerhaft zugeschüttet werden. Für Thomas Antlinger, Umweltsprecher der SPÖ Oberösterreich, ist das ein klares Versagen der politischen Verantwortungsträgerinnen und Verantwortungsträger. Die Gewinne aus dem Altreifengeschäft sind längst kassiert, doch die Kosten und Risiken sollen nun die Allgemeinheit und kommende Generationen tragen. Bereits 2011 wurde die vollständige Räumung angeordnet, doch bis heute nicht umgesetzt. Antlinger betont: Ein behördlicher Räumungsauftrag ist keine Empfehlung, sondern eine Verpflichtung. Wer jahrzehntelang mit Altreifen Gewinne erzielt hat, darf sich nicht aus der Verantwortung ziehen, sobald die Entsorgung teuer wird.
Umweltgefahr bleibt – Bevölkerung braucht echten Schutz
Die Risiken für Umwelt und Gesundheit sind erheblich. Bereits 2010 wurde dem Standort eine erhebliche Umweltgefahr attestiert. Schwelbrände, belastetes Sickerwasser und mögliche Auswirkungen auf Boden und Grundwasser bedrohen die Region. Besonders nach den Erfahrungen mit verunreinigtem Trinkwasser in Ohlsdorf müsse der Schutz der Bevölkerung oberste Priorität haben. Antlinger kritisiert, dass das Zuschütten der Reifen keine Lösung, sondern eine Verschiebung der Verantwortung sei. „Eine Umweltgefahr verschwindet nicht, nur weil man Erde darüber schüttet. Das Problem bleibt im Boden und wird unseren Kindern und Enkeln hinterlassen“, warnt Antlinger. Wer Oberösterreich wirklich liebt, muss Verantwortung übernehmen und Umweltgefahren konsequent beseitigen. Die Glaubwürdigkeit der politischen Führung steht auf dem Spiel, wenn Probleme nicht gelöst, sondern nur vergraben werden.