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Umweltskandal in Ohlsdorf: 59.000 Tonnen Altreifen bleiben – Verantwortung wird weitergeschoben

28. Juli 2026

Umweltskandal in Ohlsdorf: 59.000 Tonnen Altreifen bleiben – Verantwortung wird weitergeschoben

Altreifen-Skandal in Ohlsdorf: Ein Sinnbild für politische Untätigkeit

Der aktuelle Bericht zu den 94 Altlasten in Oberösterreich sorgt für Aufsehen und Empörung. Besonders der Fall der Altreifendeponie in Ohlsdorf steht im Fokus: Seit 15 Jahren lagern dort rund 59.000 Tonnen Altreifen – trotz einer behördlichen Anordnung zur vollständigen Räumung aus dem Jahr 2011. Gewinne wurden privatisiert, doch die Kosten und Umweltgefahren sollen nun die Öffentlichkeit und kommende Generationen tragen.

Landesrat Martin Winkler von der SPÖ Oberösterreich kritisiert die schwarz-blaue Landesregierung scharf: „Wer Umweltprobleme einfach zuschüttet, löst sie nicht – er verschiebt sie auf unsere Kinder und Enkel.“ Die Landesregierung verwalte Umweltprobleme lieber, als sie zu beseitigen, so Winkler.

Verantwortungslosigkeit und Umweltgefahr

Bereits 2010 stufte das Umweltbundesamt die Deponie als erhebliche Umweltgefahr ein und warnte vor Selbstentzündung, Schwelbränden sowie Risiken für Luft und Grundwasser. Dennoch wurde der rechtskräftige Bescheid zur Räumung nicht umgesetzt. Winkler fordert eine klare Verantwortungsübernahme: „Ein rechtskräftiger Bescheid ist kein unverbindlicher Wunschzettel.“

Die Zuständigkeiten sind auf mehrere Ressorts verteilt: Markus Achleitner ist für Umwelt- und Anlagenrecht verantwortlich, Stefan Kaineder für Umwelt und Wasser, Manfred Haimbuchner für Naturschutz. Doch am Ende fühlt sich niemand wirklich zuständig. Besonders scharf kritisiert Winkler die Rolle des Naturschutzreferenten Haimbuchner, der beim Ausbau erneuerbarer Energien bremse und bei einem der größten Umweltskandale Oberösterreichs schweige.

Was bedeutet das für die Zukunft Oberösterreichs?

Der Fall Ohlsdorf wirft grundsätzliche Fragen für den Umgang mit Altlasten in Oberösterreich auf. Wenn schon beim prominentesten Fall des Landes keine Lösung gefunden wird, welches Signal sendet das an andere Standorte? Werden Altlasten künftig saniert oder nur noch verwaltet?

Der SPÖ-Landtagsklub fordert nun eine umfassende Aufklärung durch den zuständigen Landesrat. Es geht um die jahrelange Nichtumsetzung, den Einsatz öffentlicher Fördermittel, Brand- und Grundwasserrisiken sowie die dauerhaften Überwachungskosten.

Winkler appelliert abschließend an Landeshauptmann Thomas Stelzer: „Wer von sich sagt, dass er Oberösterreich liebt, darf nicht zulassen, dass unsere Umwelt und damit die Gesundheit ganzer Generationen gefährdet wird. Heimatliebe zeigt sich durch Verantwortung und konsequente Beseitigung von Umweltgefahren.“

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