Reifen-Skandal in Ohlsdorf: 59.000 Tonnen Altreifen bleiben trotz Brandrisiko im Boden
Jahrelange Versäumnisse bei der Räumung der Altreifendeponie
Der neuerliche Brand im Reifengranulatlager in Ohlsdorf hat die Diskussion um die Sicherheit am Standort erneut entfacht. SPÖ-OÖ-Landtagsabgeordneter Thomas Antlinger und SPÖ-OÖ-Klubvorsitzende Sabine Engleitner-Neu haben eine parlamentarische Anfrage an Umweltlandesrat Stefan Kaineder eingebracht, deren Beantwortung nun brisante Details offenlegt. Obwohl bereits 2011 die vollständige Räumung der Altreifendeponie vorgeschrieben wurde, setzte die zuständige Behörde keine konkrete Frist. Antlinger kritisiert: „15 Jahre lang gab es keinen verbindlichen Endtermin für die Räumung. Jetzt sollen 59.000 Tonnen Altreifen einfach im Boden bleiben. Ein rechtskräftiger Bescheid ist doch kein unverbindlicher Wunschzettel!“
Restrisiko bleibt – Politik muss Verantwortung übernehmen
Statt einer vollständigen Räumung wurde eine dauerhafte Sicherung genehmigt. Die baulichen Maßnahmen sollen bis Juni 2028 abgeschlossen sein, die anschließende Überwachung ist zeitlich nicht begrenzt. Die Anfragebeantwortung bestätigt, dass auch bei der geplanten Sicherung ein Restrisiko bestehen bleibt. Antlinger betont: „Jahrelang wird die Räumung nicht vollständig durchgesetzt, dann werden wirtschaftliche Schwierigkeiten bei der Reifenverwertung berücksichtigt und am Ende soll die Allgemeinheit darauf vertrauen, dass eine dauerhafte Überwachung ausreicht. So darf verantwortungsvolle Umweltpolitik nicht funktionieren.“
Brand als Weckruf: Sicherheit und Transparenz gefordert
Der Brand am Wochenende, bei dem rund 30 Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen mehrere Stunden im Einsatz standen, zeigt, wie aufwendig die Bekämpfung von Bränden bei Reifenmaterial sein kann. Antlinger fordert eine erneute Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen und vollständige Transparenz über die langfristigen Kosten. Rund 485.000 Euro wurden für die Sicherung und zehn Jahre Überwachung veranschlagt, doch wie die zeitlich unbegrenzte Kontrolle finanziert wird, ist offen. „Landeshauptmann Stelzer und Umweltlandesrat Kaineder müssen erklären, wie es zu dieser Entwicklung kommen konnte und welche Konsequenzen sie daraus ziehen. Die vollständige Räumung muss weiterhin das Ziel sein. Die Politik darf ihre Verantwortung nicht gemeinsam mit 59.000 Tonnen Altreifen unter der Erde begraben“, so Antlinger abschließend.