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70 Tage ohne Bezahlung sind 70 Tage zu viel

23. Oktober 2026

70 Tage ohne Bezahlung sind 70 Tage zu viel

Der Equal Pay Day macht auch in Oberösterreich sichtbar, wie weit der Weg zu echter Einkommensgerechtigkeit noch ist. Frauen verdienen bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung im Durchschnitt 19,1 Prozent weniger als Männer. Rechnerisch bedeutet das, dass Frauen an 70 Tagen pro Jahr unbezahlt arbeiten.

SPÖ-OÖ-Landesparteivorsitzender Landesrat Martin Winkler und SPÖ-OÖ-Landesfrauenvorsitzende Renate Heitz fordern deshalb konkrete Maßnahmen für mehr Lohntransparenz, gerechte Gehaltsstrukturen und bessere berufliche Aufstiegschancen für Frauen.

Gleiche Leistung muss gleich viel wert sein

Frauen leisten jeden Tag unverzichtbare Arbeit. Sie sorgen in Betrieben, im Handel, in der Pflege, im Sozialbereich und in vielen weiteren Branchen dafür, dass Wirtschaft und Gesellschaft funktionieren. Dennoch werden Tätigkeiten in Bereichen, in denen überwiegend Frauen beschäftigt sind, häufig schlechter bezahlt und weniger anerkannt.

Die Einkommenslücke ist gegenüber dem Vorjahr zwar leicht gesunken, doch von Gleichstellung kann weiterhin keine Rede sein. Dass Frauen selbst bei Vollzeitbeschäftigung deutlich weniger verdienen als Männer, zeigt strukturelle Probleme bei der Bewertung von Arbeit, bei Gehaltsverhandlungen und bei beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten.

Martin Winkler betont, dass Respekt für Leistung auch auf dem Gehaltszettel sichtbar sein müsse. Wer arbeitet, Verantwortung übernimmt und zum Wohlstand des Landes beiträgt, hat Anspruch auf eine faire Bezahlung. Einkommensgerechtigkeit darf nicht von Branche, Geschlecht oder traditionellen Rollenbildern abhängen.

Transparente Gehälter schaffen faire Chancen

Ein wichtiger Hebel gegen die Einkommensschere ist mehr Lohntransparenz. Wenn Gehaltsstrukturen nachvollziehbar sind, können ungerechtfertigte Unterschiede leichter erkannt und korrigiert werden. Faire Bezahlung für gleichwertige Arbeit muss in allen Branchen zum selbstverständlichen Standard werden.

Renate Heitz fordert zudem eine deutliche Aufwertung jener Berufe, in denen überwiegend Frauen tätig sind. Gerade Pflege, Betreuung, Handel und Sozialarbeit sind für das tägliche Zusammenleben unverzichtbar. Ihre gesellschaftliche Bedeutung muss sich auch in einer angemessenen Bezahlung und in besseren Arbeitsbedingungen widerspiegeln.

Ebenso entscheidend sind echte Karrierechancen. Frauen sollen nicht nur Zugang zu Arbeitsplätzen haben, sondern auch gleiche Möglichkeiten auf Führungspositionen, Weiterbildung und beruflichen Aufstieg erhalten. Dafür braucht es faire Auswahlverfahren, transparente Beförderungskriterien und eine Unternehmenskultur, die Leistung unabhängig vom Geschlecht anerkennt.

Vereinbarkeit ist eine Frage der Gerechtigkeit

Die Einkommenslücke hängt auch eng mit der Verteilung von Betreuungs- und Familienarbeit zusammen. Noch immer übernehmen Frauen einen großen Teil der unbezahlten Arbeit in Haushalt, Pflege und Kinderbetreuung. Das führt oft zu Teilzeitbeschäftigung, geringeren Einkommen und schlechteren Aufstiegsmöglichkeiten.

Der Ausbau ganztägiger Kinderbildungsangebote kann Eltern dabei unterstützen, Beruf und Familie besser zu vereinbaren. Gleichzeitig braucht es Rahmenbedingungen, die eine gerechtere Aufteilung der Betreuungsarbeit zwischen Frauen und Männern ermöglichen.

Einkommensgerechtigkeit ist damit nicht nur eine Frage sozialer Fairness. Sie ist auch ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor für Oberösterreich. Wenn Frauen ihre Qualifikationen, Ideen und Talente gleichberechtigt einbringen können, profitieren Unternehmen, Beschäftigte sowie die gesamte Gesellschaft. Mehr Respekt für Leistung bedeutet daher mehr Sicherheit, mehr Chancen und mehr Gerechtigkeit für Frauen.

Von "Arbeit" zu "Wohnen"

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